Copyright-Kontroverse vom 18.05.219

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Shiron
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Copyright-Kontroverse vom 18.05.219

Beitrag von Shiron » So 19. Mai 2019, 12:37

Nun, was ist da eigentlich passiert?

Es ist für gewöhnlich nicht meine Art, einfach aus einem Gespräch auszusteigen, wenn ich mich dann aber mal doch zurückziehe, hat es für gewöhnlich einen guten Grund. Ihr wisst, das ich Autist bin und das ich im sozialen Bereich gewisse Probleme habe, darum lasse ich euch einmal an dem, was gestern Abend geschehen ist, teilhaben.

Vorgeschichte :
Die U.S.S. Argo ist mein 'Lieblingskind', weil ich ein absoluter TNG – Fan bin. Das was ihr im Forum seht ist nur ein kleiner Teil der Backgroundinfo, die ich bereits – in Stichwortform und weitab jedweder Veröffentlichungsqualität – angefertigt habe.

Jeder Charakter verfügt über eine Mappe mit Hintergrundinfos, Plotideen und Höhepunkte für Episoden, in denen ein Charakter mal richtig seine Stärken ausspielen kann. ( z.B. indem er seinen eigenen Mord aufklärt ).

Viele von euch wissen, das ich Schriftsteller bin. Wenn ich Geschichten entwerfe, mache ich das nicht an einen Abend. Die Argo kostet mich jede Woche viele Stunden ( meiner ohnehin knappen Zeit ), aber ich liebe es eure Charaktere vor Herausforderungen zu stellen um zu sehen, wie ihr sie löst – eine spannende Geschichte, deren Ende ich ( anders als beim schreiben ) noch NICHT kenne.


Genau aus diesem Grund habe ich mich auch für die Erzählerrolle der VISTA interessiert. Alles fing an mit dem Archäotech – Vorschlag, und ich merkte das die Ideen nicht mehr abrissen – genug Enthusiasmus und Material für eine Fünfjahresmission – also habe ich auch hierfür Freizeitkapazitäten investiert, und das mit großer Freude.

Aktuell :
Ich habe eine komplette semi-professionelle Studiosuite aufgebaut, die es mir ermöglicht, Filme zu bearbeiten und zu schneiden – vielleicht nicht Hollywood-Qualität, aber Serienqualität auf jeden Fall. Das tat ich aus zwei Gründen :

1) Ich muss mich aktuell mit der Materie beschäftigen. Viel wichtiger aber...
2) Ein Video für TOS und für uns alle zu erstellen ist mein „Tribut“ an die Crew, wenn ihr so wollt ein kleines 'Dankeschön' für all die gemeinsame Zeit, das uns auch in Zukunft daran erinnern soll.

Aus den selben Gründen komponierte ich den Soundtrack der Argo. Das dauerte 3 Wochen ( an denen ich nicht durchgehend daran gearbetiet habe, es mögen insgesamt 30 Stunden gewesen sein).

Musiker und Schriftsteller drücken mit Musik ihre Emotionen aus, darum war es mir wichtig, selbst ein Stück für die Argo zu komponieren, das 'unser' Setting und 'unsere' Welt wiedergeben soll.

So auch für VISTA.

Und nun zu dem was gestern den Ausschlag für meinen Rückzug gegeben hat. Sinora, ich begrüße deine Diskussion – und Argumentationsfreude. Aber du hast mir gestern gehörig vor den Kopf gestoßen, als du sagtest, das du allein durch die Konsultation eines Gesetzestextes zu einer anderen Auffassung gekommen seist als ich in meiner langjährigen Erfahrung als Copyrightbeauftragter (Schriftsteller, Webmaster und Komponist), bei denen das deutsche Urheberrecht in seinen Tiefen zum Grundhandwerk gehört.

Es wäre in etwa, als ob ich einen Wiki-Eintrag über Heeresränge gelesen hätte, und dir anhand dessen, was ich daraus interpretiert habe erläutern wollen, dass das, was du über Heeresränge weißt nicht richtig ist.

Das hat nichts mit Kritikfähigkeit zu tun – eine konstruktive Kritik basiert auf einer umfassenden Recherche, der Analyse des zu kritisierenden Gegenstands. Ich würde niemals etwas kritisieren, ohne mich vorher eingehend mit der Materie befasst zu haben, und auch dann halte ich es für die oberste Pflicht die Form zu wahren – den Respekt vor der zu kritisierenden Person zu wahren ist einfach eine Frage der Etikette. (Das kannst du z.B. an meinen Feedbackthreads an Cryptic erkennen)

Ein Beispiel aus unsrer gemeinsamen Vergangenheit : Nein, ich fand das ursprüngliche Borg-Konzept nicht gut, und ich wusste, das es von der Gruppe abgelehnt werden würde. Darum habe ich mich viele Stunden lang mit dir zusammen gesetzt, um gemeinsam mit dir eine Lösung zu finden, die allgemeine Akzeptanz gefunden hätte – ich habe von meiner begrenzten Freien Zeit berichtet, das hätte ich niicht für jeden getan.

Du sollst wissen, das ich dir keinen Vorwurf mache. Es ist nun einmal so, das es in unserer Gesellschaft sehr üblich geworden ist, zu kritisieren. Dieses Recht gestehe ich auch jedem zu, aber im Gegenzug erwarte ich, das auch meine Einstellung entsprechend respektiert wird.

Es gehört zum Leben, Dinge in Frage zu stellen. Grade gegenüber einen Lehrmeister, einer Partei, einem „Influenzer“, Mitschüler oder Kollegen, der Tageszeitung gehört das vielleicht sogar auch zum 'guten Ton'. Ich bin aber nichts von dem – als Mitglied unserer Gilde hätte ich dich eher als Freund betrachtet. Und Freunde nach meiner Definition stoßen sich eigentlich nicht auf diese Art und Weise gegenseitig vor den Kopf.

Ich schätze alle Gildenmitglieder sehr, die die ich gut kenne und die, die ich noch kennen lernen möchte. Wir haben es geschafft, eine familiäre Basis aufzubauen und sie, mittlerweile über Jahre, aufrecht zu erhalten – darum hat unsere Flotte auch noch immer Bestand.

Aber auch wenn ich das alles sehr schätze und nicht missen möchte, muss ich auf mich aufpassen. Diese Dinge zu analysieren und mir herzuleiten fällt mir sehr schwer. (wirklich, dagegen ist sogar die Spezielle Relativitätstheorie ein Sch*. Kein Scherz, ich brauche für sowas manchmal TAGE.) .

Anders ausgedrückt, wenn ich nicht Autist wäre, sondern nicht in der Lage richtig zu stehen – bemühe ich mich, aufzustehen, wenn mir jemand die Hand reicht. Ich versuche mit euch zu rennen und akzeptiere, das ich bisweilen allenfalls hinterher kriechen kann – und freue mich über jeden Schritt, bei dem ich mithalten kann.

Und es erschöpft mich, sehr zu lasten meiner anderen täglichen Pflichten. Ich muss mir also jedes Mal die Frage stellen, KANN ich das (mir unverständliche Soziale Situationen) weiter leisten? Oder muss ich mich zurückziehen, damit meine Tochter ( die die selben Schwierigkeiten hat wie ich ) darunter leiden muss.

Ich habe gestern keinen direkten Grund für deine Kritik an meiner Fachkompetenz gefunden, außer vielleicht, das es dir aus irgendeinem Grund missfallen könnte, das ich, abgesehen von der rechtlichen Lage, mit einem selbst komponierten Stück ein Stück Individualität für unser gemeinsames RP schaffen wollte.

Ja, ich habe einige Herleitungen dafür. Ja, ich habe für viele auch Verständins. Ja. Wir hätten das gestern ausdiskutieren können.

Aber für diesen Preis?

Ich denke ich spreche für uns alle, das wir dich ( das gilt auch für alle anderen ) lieber als 'Familienmitglied' hätten – Diskussionspartner gibt es da draußen genug. Und Familienmitglieder gehen anders miteinander um.

Sinora
Beiträge: 22
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Re: Copyright-Kontroverse vom 18.05.219

Beitrag von Sinora » So 19. Mai 2019, 13:25

Hallo Katchan,
also erstmal danke für deine Aufschlüsselung und deiner Sichtweise der Situation. Ich möchte dazu auch einige kleine Punkte sagen. Das Klingt jetzt sicher wie eine Rechtfertigung, ich möchte aber eher, zum einen Dich besser verstehen und zum anderen eben auch gerne selber verstanden werden.
Erstmal möchte ich eine Sache ganz klar machen, ich wollte und werde deine Kompetenz nicht anzweifeln. Das wollte ich nicht mit den Worten und das war auch nicht meine Absicht. Gerade andere Meinungen sehe ich als besonders Wertvoll an, da sie die eigene Sichtweise erweitern können und man selber daraus auch noch was lernt. Dieses umfassende Wissen, was du hast, kann und werde ich sicher niemals haben. Ich bin aber auch ein "geschädigtes" Kind meiner eigenen Arbeit im Amt, wo sehr Häufig eben gesagt wird "das haben wir schon immer so gemacht... das steht dort geschrieben..." etc. darum frage ich dann auch genauer nach, dass hat nichts mit Kompetenz anzweifeln zu tun, sondern das es mich wirklich ernsthaft interessiert und ich so gerne mein eigenes Wissen in der Thematik erweitern möchte. Der Link war super, ich habe darauf noch mehrere Stunden verbracht und habe gelesen.

Es tut mir wirklich sehr leid, dass du dich durch die Worte so sehr angegriffen gefühlt hast, ich hatte sie nicht als so schwerwiegend empfunden und war wirklich sehr überrascht, als du auf einmal off gegangen bist. Ich habe deine anderen Beiträge über deine Situation etc. auch erst nach unserem Gespräch gefunden. Wir haben im Privaten ja schon ein wenig geschrieben, aber ich befürchte zu wenig, als dass man sich eben doch so familiär betrachten kann.

Ich habe viel Respekt vor dir, dass wird sich sicher auch nicht Ändern, ebenso wie ich viel Respekt vor Ihoor und den anderen in der Flotte habe. Der Umgang miteinander ist sehr angenehm und ich fühle mich in der Flotte wirklich sehr wohl, nicht umsonst bin ich nur wegen der Flotte und den Personen hier eigentlich schneller als wirklich gewollt, nach STO zurück gekommen. Ich habe dieses RP wirklich vermisst und hab das Aufkündigen des Spiels als schweren Verlust empfunden. Daran seit ihr Schuld ;)

Ich möchte mich auch etwas öffnen und ich weiß auch, dass ich sicher kein einfacher Mensch bin, ich neige zu verbalen Wutausbrüchen, habe sicher viel zu viel Selbstvertrauen und bin auch selbstverliebt. Sind keine Eigenschaften auf die ich besonders stolz bin, ich versuche mich immer zu zügeln, aber das gelingt eben mal mehr mal weniger...eher mal weniger. Und die Diskussionsfreude ist sicher keine Eigenschaft, die gerne gesehen wird. Das hat mir mehrere Beziehungen zerstört (neben dem Job selbst). Ich war früher deutlich anders, eher schüchtern, zurückgezogen und still... ich wurde in der Schule oft gemobbt (ist ja das neue Wort der Gesellschaft) und erst beim Fachabi konnte ich aus diesem Klischee ausbrechen, aber nur weil es jemanden gab, der ein noch einfacheres Ziel abgegeben hat. Ich bin auf der einen Seite stolz, dass ich damals nicht mit verbal draufgehauen habe, aber auf der anderen Seite auch enttäuscht, dass ich den anderen Schüler nicht unterstützt habe.
Seit der Bundeswehr bin ich von einem schüchternen und unsicheren Typen zu dem geworden was ich jetzt bin.

Ich versuche jedem den nötigen Respekt zuteil werden zu lassen, versuche Kritikfähig zu sein und eben auch andere Meinungen zu respektieren, auch das gelingt mir mal besser, mal schlechter.

Ich finde es super, dass du selber komponierst und auch die Gespräche über den Charakter habe ich auch als anstrengend, aber auch als konstruktiv gesehen und ja, dass hättest du nicht machen müssen und ich bin dir dankbar, dass du es gemacht hast. Auch mit Ihoor sind da ja extrem die Fetzen geflogen, aber am Ende hat man sich auf einen gemeinsamen Nenner geeinigt. Ich suche keine Konflikte, ich scheue mich aber auch nicht vor ihnen und verteidige Natürlich auch ein Konzept wegen der vielen Arbeit darin. Ich bin irgendwie der Meinung, warum auch immer, dass man etwas nur wirklich ernst meint, wenn man es auch verbal Verteidigt. Sehe ich in den Audits bei der Arbeit auch so, wenn man da das System oder die Verfahren anfechtet ist es immer ein sehr gutes Zeichen, wenn die Firma ihre Verfahren verteidigt, als einfach nur zu sagen "ja machen wir", weil das sagt eigentlich aus, dass es nicht so gelebt wird. So sehe ich das auch mit Konzepten von Charaktern, man hat sich viele Gedanken gemacht und wollte etwas mit dem Konzept ja versuchen darzustellen und ich suche da auch immer die Herausforderung es im RP darzustellen. Der Drang nach OP Charaktern oder Powergaming mag da durchaus aufkommen, aber gerade auch im PnP spiele ich Charakter von Klein auf und erfreue mich emotional sogar sehr, wenn dem Charakter etwas gutes widerfährt. Genau so wie ich mit dem Charakter leide, wenn was schlechtes passiert und wenn man dann noch Anfängt an dem Konzept rumzuschneiden was die Ursprüngliche Idee zerstört, dann wird es kompliziert, wie eben auch bei Petra gesehen. Trotzdem denke ich, dass von allen Seiten da eine deutliche Kompromissbereitschaft war und am Ende was rausgekommen ist, womit wir alle einverstanden sind.


Jetzt habe ich eine Menge getippt und es liest sich doch irgendwo wie eine Rechtfertigung...
Ich hoffe aber vielleicht, dass man mich so auch besser versteht und Kat, du machst mir keinen Vorwurf, ich mache mir den aber schon, weil ich einen Menschen unbewußt vor den Kopf gestossen habe, den ich wirklich respektiere.
"Ein Toter ist eine Tragödie, eine Million, eine Statistik."

Shiron
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Re: Copyright-Kontroverse vom 18.05.219

Beitrag von Shiron » Mo 20. Mai 2019, 11:12

Ich freue mich über deine offenen Worte - jetzt haben wir uns beide ein wenig besser kennen gelernt. Du musst dir aber wirklich keine Vorwürfe machen, ich kann es, wie gesagt nachvollziehen ( und trete selbst ebenfalls - auch mal unbewusst - in das ein oder andere Fettnäpfchen ).

Ich denke wir alle sind im Leben auf der Suche nach wirklicher Balance - das gehört vermutlich dazu. Genauso, dass man dieses Ziel niemals wrklich dauerhaft erreichen kann, denn sonst würde man ja aufhören danach zu streben :D - der Weg ist das Ziel.

Wichtig ist, das man später darüber reflektiert und spricht, und das haben getan. Auf eine sehr offene und ehrliche Art - DAS zeugt von Größe :)
Und auch ich habe wieder eine Menge gelernt, dafür danke ich dir.

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